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Urlaub an der
Nordsee ist zu jeder Jahreszeit reizvoll:
Im zeitigen Frühjahr bieten einem unzählige Zugvögel
- Enten, Gänse, Strandläufer und wie sie alle heißen
- ein eindrucksvolles Bild. Schon wenige Wochen später sind es
dann blühende Strandnelken und viele andere bunte Wildpflanzen
und ausgedehnte Rapsfelder, die in gleißendem Gelb das weite,
fruchtbare Marschenland schmücken. |
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Der Sommer
ist meistens heiter, aber selten knallig heiß, denn am Meer weht
ja eigentlich immer eine leichte Brise. Die Abende sind traumschön
lang, wie sie der Mittelmeer-Urlauber
eigentlich gar
nicht kennt. Es ist die Zeit der Sonnenanbeter und Wassersportler: Wind-
und Kitesurfing oder Segeln oder einfach nur "schlichtes Baden"
(mit oder ohne Badekleidung) ist jetzt angesagt.
Mieten
Sie sich einen Strandkorb oder legen Sie sich einfach mit einer Decke
auf den - wahlweise - Grün- oder Sandstrand. Abends haben Sie dann
ein reichhaltiges, aber nicht aufdringliches Angebot an Tanz und Disco
- für jeden was.
Und Wattwandern:
Die Nordsee verfügt über die weltweit größten und
ungefährlichsten Wattgebiete und eine 10-Km-Wanderung über den
freiliegenden Meeresboden (Sie
glauben gar nicht, wie schnell dabei die Zeit vergeht) gehört
sicherlich zu den eindrucksvollsten Erlebnissen überhaupt. Wem das
zu anstrengend ist, der nimmt den "Wattwagen": Die vorgelagerten
Inseln sind nicht alle regelmäßig mit dem Schiff zu erreichen
und so fährt - als Touristenattraktion, aber auch zur ganz normalen
Versorgung der Bevölkerung - ein Pferdewagen über den freiliegenden
Meeresgrund. Wenn's durch den Priel geht (sozusagen Flüsse im Watt),
dann steigt das Wasser den Pferden durchaus bis zum Bauch und vielleicht
müssen Sie sogar die Füsse etwas anziehen, damit sie trocken
bleiben. Der beste Ausgangspunkt für Fahrten mit dem Wattwagen ist
zweifellos Cuxhaven.
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"Jadebusen", der großen Meeresbucht
zwischen Butjadingen im Osten und Wilhelmshaven im Westen kann man herrlich
Wattlaufen und ungefährlich baden. Und wenn es mal regnet, gibt es
viel Kunst und Kultur, interessante Museen (Buddelschiffmuseum, Wrackmuseum,
Schiffahrtsmuseen in Brake und Bremerhaven ....) und attraktive Spassbäder
(Tossens, Dangast ...) Lang wird Ihnen die Zeit in der Regel jedenfalls
nicht. Schier endlose Sandstrände gibt es vor allem auf den Inseln,
die zumindest auch das Ziel eines Tagesausflugs sein sollten.
Die Surfer
sind auch im Herbst noch unterwegs, genause wie die Wanderer und
Radfahrer, die
es in der ebenen Landschaft so viel leichter haben, als im Hügelland.
Die ganze südliche Nordsee ist ein Eldorado für Radfahrer und
das Beste: Sie brauchen Ihr Fahrrad nicht mitzunehmen, denn der nächste
Fahrrad-Verleih ist bestimmt nicht weit. Oft können Sie auch direkt
von Ihren Pensionswirten Fahrräder leihen.
Jetzt
melden sich auch die Zugvögel wieder zu Wort. Der Herbst an der Nordsee
ist besonders schön für naturverbundene Menschen, die der Hektik
von Beruf und Großstadt entgehen möchten: Nie erleben Sie die
Großartigkeit und Weite der Landschaft intensiver, als im Herbst.
Freuen
Sie sich - zu jeder Jahreszeit - auf die leckeren Fisch-Spezialitäten,
auf Seezunge
und "Smutaal", auf Lachs und "Krabben", die nirgends
so köstlich schmecken, wie frisch vom Kutter, auf dem sie schon während
der Heimfahrt vom Fang zubereitet werden: Auf deftigem Vollkornbrot gelten
sie als besonders delikat.
Bevorzugt
in der dunkleren Jahreszeit können Sie übrigens eine Sportart
kennenlernen, die es nur an der Küste gibt: Das Boßeln.
Eine etwa kokosnuss-große Kugel wird von den gegnerischen Mannschaften
mit möglichst wenigen Würfen über eine kilometerlange Distanz
getrieben. Das passiert mitten auf der Straße und die Autofahrer
haben - zu warten.
Der Herbst
ist am besten für den, der die Ruhe sucht, der sein inneres Gleichgewicht
hergestellt sieht beim Spaziergang auf dem Deich, den Sturm vielleicht
im Gesicht, und sich abends bei einem "Grog" mit Freunden und
Bekannten zusammensetzen mag und sich die "Döntjes" der
Einheimischen anhört.
Der Winter
bietet manchmal ein Schauspiel der besonderen Art: Bei starkem Frost schiebt
sich - gefördert durch Ebbe und Flut - das Eis zu richtigem Packeis
zusammen. Regelmäßiger werden Sie Gelegenheit haben, eine Sturmflut
zu erleben. Wenn das ganze Außendeichs-Gelände überflutet
ist, endloses Wasser dort, wo Sie noch wenige Tage, ja wenige Stunden
vorher ruhig spazierengegangen sind, wenn die Wellen schon manchmal fast
die Deichkrone erreichen, dann ziehen Sie die Kapuze ins Gesicht und sehen
nicht auf, wenn Sie Pferdegetrappel zu hören glauben: Es ist vielleicht
Theodor Storms "Schimmelreiter" oder einer seiner ostfriesischen
Nachfahren....


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